Zunfthaus
Das Zunfthaus an der Kramgasse 29 ist ein wahres Juwel. Die getäferte Stube hat die vergangenen 300 Jahre nahezu unverändert überstanden und erzählt Geschichten aus vergangenen Zeiten.
Bereits 1460 wurde eine erste Liegenschaft an der Kramgasse erwähnt. Zwischen 1720 und 1722 entstand das heutige Zunfthaus, gebaut von Niklaus Schiltknecht, der auch am Bau der Heiliggeistkirche beteiligt war. Schon damals gab es im Erdgeschoss einen Laden, im ersten Stock eine Stubenwirtschaft (heute eine Wohnung) und im zweiten Stock die Gesellschaftsräume.
Die grösse Stube, ausgestattet um 1774, ist eines der schönsten Interieurs von Bern. Die Wände und die Decke sind mit lasiertem Nussbaumtäfer verkleidet, verziert mit vergoldeten Schnitzereien. Ein beeindruckender blau-weisser Kachelofen von Peter Gnehm (1744) schmückt die Saalecke. Besonders stolz sind wir auf die beiden Louis XV-Kommoden (1775) von Mathäus Funk mit einer Marmorabdeckung aus dem Oberhasli sowie die eleganten Fauteuils und Stühle im französischen Stil.
An den Wänden hängen Spiegel sowie eine Pendule im Louis XVI-Stil. Letztere wurde vom Berner Architekten Carl Ahasver von Sinner entworfen. Ein Porträt von John Webber, dem Begleiter von James Cook auf seiner dritten Weltumsegelung und Gesellschaftsangehöriger, ziert ebenfalls die Wand der Stube. Der Leuchter im Directoire Stil und die grosse Wappenscheibe am Mittelfenster sowie das Parkett sind weitere Kostbarkeiten.
Ein kleiner Vorraum mit graugemaltem Täfer und Wappenschildern der Gesellschaftsangehörigen wurde im 19.Jahrhundert verändert. Ein kleiner Nebenraum diente als «Geldgewölbe» und beherbergte einen Tresor.
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